Für einen neuen Boden muss der alte Fliesenboden nicht raus. Bei einem Kunden in Coburg lagen hellgraue Fliesen im Wohnraum: robust, aber kühl unter den Füßen und eher nüchtern. Heute liegt dort Vinyl in Landhausdielen-Optik im natürlichen Look, und die Fliesen sind noch immer darunter. Anhand von Fotos aus diesem Projekt zeigen wir, welche Arbeitsschritte dazwischen lagen und warum jeder davon nötig ist. Allgemeines zum Thema finden Sie in unserem Beitrag Fliesenboden renovieren: Vinyl auf vorhandenen Fliesen verlegen.

Die Ausgangslage
Hellgraue Fliesen und ein neues Kabel
Die Fliesen lagen fest, waren aber in die Jahre gekommen. Für einen Wohnraum wirkte der Boden hart, und Schritte klangen etwas hallig. Dazu kommen die Fugen: Ihre raue Oberfläche hält Schmutz leichter fest als die glatte Fliese. Bei der Gelegenheit sollte auch ein Kabel quer durch den Raum verlegt werden. Dafür haben wir einen Streifen Fliesen extra herausgenommen. Die alten Fliesensockel an den Wänden haben wir ebenfalls abgenommen.

Warum die Fliesen bleiben
Überarbeiten statt herausreißen
Fliesen zu entfernen ist mühsam. Je nach Fläche wird stundenlang mit Hammer, Meißel und Schleifmaschine gearbeitet. Dabei entsteht viel Baustaub, und der Schutt muss entsorgt werden. Außerdem kann der Untergrund beschädigt werden, im ungünstigen Fall auch eine Fußbodenheizung. Liegen die Fliesen fest, können sie deshalb als Untergrund bleiben.
Auch der Zeitaufwand bleibt überschaubar. In der Regel ist ein Raum wie dieser in zwei Tagen fertig: Am ersten Tag bereiten wir den Untergrund vor, über Nacht trocknet die Ausgleichsmasse, am zweiten Tag verlegen wir das Vinyl.
Die Verlegeart
Warum wir Vinyl immer verkleben
Vinyl verkleben wir grundsätzlich vollflächig mit dem Untergrund. Ein verklebter Boden ist formstabiler und liegt ruhiger. Es bilden sich weniger Fugen zwischen den Planken, und Hersteller nennen eine längere Lebensdauer als Vorteil.
Auf Fliesen kommt die Aufbauhöhe dazu: Spachtelmasse und Vinyl tragen zusammen knapp 5 mm auf. Ob Türen und Übergänge dazu passen, sehen wir uns beim Aufmaß an. Ein Klickboden wird dagegen schwimmend verlegt. Direkt auf Fliesen können sich bei ihm die Fliesenfugen mit der Zeit abzeichnen.

Schritt für Schritt
So sind wir vorgegangen
1. Untergrund prüfen. Vor jeder Verlegung prüfen wir den Untergrund. Das verlangt auch die Norm für Bodenbelagarbeiten (DIN 18365). Bei Fliesen heißt das vor allem: Sitzen sie fest? Klingt eine Fliese beim Abklopfen hohl, liegt sie nicht mehr voll im Kleberbett. Lose Fliesen müssen befestigt oder entfernt werden, sonst trägt der neue Boden nicht dauerhaft.
2. Kabelstreifen schließen. Für das Kabel hatten wir bei der Gelegenheit einen Streifen Fliesen herausgenommen. Danach haben wir diesen Streifen mit standfester Spachtelmasse auf die Höhe der umliegenden Fliesen gebracht. So muss die spätere Ausgleichsschicht keinen großen Höhenunterschied überbrücken.
3. Reinigen und grundieren. Fliesen sind glatt und nehmen kaum Wasser auf. Eine Spachtelmasse würde darauf schlecht haften. Deshalb werden die Fliesen gründlich gereinigt, angeschliffen und abgesaugt. Danach kommt eine Haftgrundierung mit Carbonfasern darauf. Sie trocknet zu einer rauen, griffigen Schicht, auf der die Ausgleichsmasse festen Halt findet.

4. Ausgleichsmasse aufbringen. Danach kommt eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse auf die ganze Fläche. Sie füllt die Fugen und gleicht Unebenheiten aus. Das ist der wichtigste Schritt für Vinyl auf Fliesen: Vinyl ist ein dünner Belag. Ohne Ausgleichsschicht würden sich die Fliesenfugen im neuen Boden abzeichnen. Hersteller empfehlen dafür auf Fliesen eine Schicht von mindestens 2 mm.
5. Über Nacht trocknen lassen. Bevor das Vinyl kommt, muss die Ausgleichsmasse belegreif sein. Wie lange das dauert, hängt vom Produkt, von der Schichtdicke, der Temperatur und der Luftfeuchte ab. Für dünne Schichten nennen Hersteller bei 20 °C und 65 % Luftfeuchte etwa sechs bis 24 Stunden. Bei uns heißt das meist: über Nacht.
6. Anschleifen und Vinyl verkleben. Am zweiten Tag schleifen wir die getrocknete Fläche noch einmal kurz an und saugen sie ab. Dann wird das Vinyl vollflächig verklebt. Auch dafür ist die Ausgleichsmasse wichtig: Wasserbasierte Klebstoffe brauchen einen gleichmäßig saugfähigen Untergrund, und den haben glasierte Fliesen nicht. Grundierung, Spachtelmasse und Klebstoff tragen in diesem Projekt das Blauer-Engel-Siegel.
7. Neue Sockelleisten montieren. Statt der alten Fliesensockel haben wir neue, schlankere Sockelleisten angebracht. In Weiß rahmen sie den Boden ruhig ein.
Das Ergebnis
Vorher Fliesen, nachher Landhausdielen-Optik
Die Fliesen liegen noch immer im Raum, nur sieht man sie nicht mehr. Das Vinyl in Landhausdielen-Optik wirkt im natürlichen Look und passt gut zu den hellen Wänden, die weißen Leisten setzen einen klaren Rand. Unter den Füßen fühlt sich der neue Boden wärmer und angenehmer an als die Fliesen, und beim Gehen wirkt der Raum ruhiger.
Auch bei der Pflege merkt man den Unterschied. Kunden, die den Vergleich haben, erzählen uns immer wieder: Meist reicht kurzes Saugen, ab und zu wischen sie nebelfeucht nach, und sie sind schneller fertig als früher. Fugen, die man eigens reinigen müsste, gibt es beim verklebten Vinyl nicht. Und das ganz ohne Abbruch und Schutt.



Ob Ihr Fliesenboden für Vinyl geeignet ist, lässt sich nur vor Ort sagen. Aufmaß, Vorbereitung und Verlegung übernehmen wir gerne für Sie. Auswahl, Material und Verlegung aus einer Hand: als Familienbetrieb seit 1953, in Lichtenfels, Kulmbach, Kronach und Umgebung. Mehr zu unseren Böden finden Sie unter Bodenbeläge verlegen lassen. Für einen Termin zur Beratung bei Ihnen zu Hause erreichen Sie uns unter 09572 1610 und service@trebes.net.
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